Seiten

Blogroll

Kategorien

Archiv

5. Jan. 2010

Chiptunes sind Musikstücke, die gänzlich aus dem Computer kommen. Eigens dafür entwickelte Synthesizer-Chips generieren schon seit der frühen Computer-Ära der 1950er Jahre jene unnatürlichen Sounds aus modulierten Sinuskurven, pinkem Geräusch und leierndem Arpeggio. Und natürlich begleiteten Chiptunes seit jeher Computerspiele aller Art. Die 1980er Jahre gelten als die “Goldene Ära” der computergenerierten Musik. Man braucht einem Kind der 80er nur die Worte Tetris oder Super Mario zu nennen und es wird anfangen, die entsprechenden Melodien zu pfeifen. Die Kompositionen verlangten ein effizientes Umgehen mit den damals noch knappen Speicherressourcen und waren daher meist eher einfacher Natur aber eingängig wie kaum etwas sonst. Es gab damals Tage, da habe ich allein deshalb auf meinem Atari ST Spiele gestartet, um die Musik zu hören.

Und jetzt, 20 Jahre später, halte ich ein Device in der Hand, das in der Lage ist, Chiptunes zu generieren, dass es nur so kracht. Aufgepasst, mit diesen Apps gibts ordentlich was auf die Ohren:

BeBotBebot - Ein kleiner Roboter begrüßt den geneigten Soundbastler mit freundlichem Grinsen. Legt man einen Finger auf den Screen, so beginnt der Roboter zu “singen”. Eine Fülle von Optionen, Effekten und Presets lädt zum Experimentieren ein und man braucht eine Weile um allen Funktionen gewahr zu werden. Durch ein verzögertes Echo lassen sich z.B. auch kleine Sequenzen komponieren. Der Bebot wird bereits als Live-Instrument benutzt. Aber ist klar. Der kleine Racker gehört halt auf die Bühne!
Bewertung: ★★★★★ Bebot - Robot Synth

img_0242.PNGSynthProbe - In die selbe Kerbe schlägt SynthProbe, ist aber obendrein auch noch eine Arpeggio-Maschine. Was beim Bebot auf dem gesamten Bildschirm stattfindet, ist hier ein eigenständiges Bedienelement. Der Finger gleitet über ein Soundpad, über die X-Achse wird die Lautstärke, über die Y-Achse die Tonhöhe kontrolliert. Am linken Rand befinden sich Schieberegler, über die sich vier Arpeggio-Presets einrichten lassen. Die Klaviatur am unteren Rand bestimmt die Tonart der gebrochenen Akkorde. Über das Settings-Menü oben rechts lassen sich zahlreiche Einstellungen von Waveform, Modulation, Echo und vielem mehr vornehmen. Chiptune-Begeisterte werden einige Zeit mit SynthProbe verbringen können.
- Demo-Video -
Bewertung: ★★★★½ SynthProbe

MelodicaMelodica - Es gibt fast keine einfachere Art Musik zu machen, als mit den im letzten Jahr populär gewordenen Sound-Matrizen, diesen Mini-Sequencern, die meist psychedelisch anmutende Soundteppiche entstehen lassen. Da man nicht viel falsch machen kann, braucht man kein bisschen Ahnung von Komposition zu haben. In Melodica kann man noch dazu zwischen verschiedenen Stimmungen und Instrumenten wählen. Eine schöne App für Noten-Muffel und/oder Stressgeplagte, aber nicht unbedingt für Musiker.
- Demo-Video -
Bewertung: ★★★☆☆ Melodica

Tweaky BeatTweaky Beat - Das kostenlose Tweaky Beat ist ein minimalistischer Drumloop-Sequencer mit sehr eingeschränkten Möglichkeiten aber riesigem Live-Gig-Potenzial. 16 Steps, 16 Instrumente, 8 Patterns, ein paar Schieberegler für die Waveform, Lautstärke und Tempo - das war’s. Mehr braucht man aber auch nicht! Die Loops lassen sich speichern und laden. So verfeinert man unterwegs den kleinen Beat, der am Abend dann die Massen derbe abtanzen lässt.
Bewertung: ★★★½☆ TweakyBeat

8Bitone8Bitone -Wer es etwas komplexer mag (oder braucht), wird bei 8Bitone gut bedient. Hinter dem schönen Retro-Interface verbirgt sich alles, was man zum Chiptunes komponieren braucht. Pianorol, 4-Kanal-Sequencer und Synthesizer sind klar auf erfahrene Komponisten ausgelegt. Diese werden aber auch ihre Freude an der App haben.
- Demo-Video -
Bewertung: ★★★★☆ 8Bitone MICRO COMPOSER

Tangible Groove Pad (TGP) - Ebenso wie 8Bitone kommt auch TGP von der japanischen App-Schmiede Yudo. Jeweils sechs Pattern für Synthesizer, Baseline und tgp_scr.PNGDrumkit können in einer Art Pianoroll befüllt werden. Dazu gesellen sich drei Patterns für Arpeggios. Das Bedienkonzept ist innovativ, leicht zu verstehen und perfekt an die Fingersteuerung angepasst, während es konsequent und stilsicher mit alten Gewohnheiten bricht. So wurden z.B. die Hilfe und die Optionen verschmolzen und sinnigerweise mit “!?” gekennzeichnet. Es gibt zwar eine Menge unterschiedlicher Sounds, sie alle sind aber aus dem Bereich Techno/Drum’n'Base. Eigene Sounds lassen sich nicht erstellen oder laden, man ist also auf die Vorgaben beschränkt. Country-Songs wird damit also niemand komponieren. Macht aber nichts. TGP macht nämlich sonst alles richtig gut!
- Demo-Video -
Bewertung: ★★★★★ Tangible Groove Pad (@_@)y~

1 Kommentar »

  1. Arne schreibt:

    Super Artikel mit schöner Auswahl. Danke dafür!

    6. Jan. 2010 | #

Kommentar schreiben

RSS-Feed für diese Kommentare.





Letzte Beiträge



- Support me at... - Kongregate logo
NewGrounds logo

- Social Bookmark -


- Blog-Verzeichnisse -

Bloggeramt.de

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de

Blogs